Eine Mitarbeiterin einer Bäckerei nimmt über die Ladentheke Geld von einem Kunden an.
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Energieeffizienz in Bäckereien

Wie Unternehmen mehr herausholen

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Effizienz
Energiewende
Klimaneutralität
09.12.2021  6 Min.
Autor: Team EWE business

Mehr Energieeffizienz in Bäckereien

Brötchen ohne CO2: nachhaltige Qualität für eine umweltbewusste Zukunft

„In der Bio-Bäckerei gibt es manches Potenzial“, so könnte das beliebte Kinderlied heute klingen. Energieverbrauch optimieren, in neue Technik investieren, Abwärme nutzen und nachhaltigen Ökostrom verwenden: Gemeinsam mit unserem EWE-Experten Herbert Warnecke zeigen wir verschiedene Wege, wie Bäckereibetriebe ihre CO2-Bilanz verbessern und den Energieverbrauch reduziert können – mit und ohne hohe Investitionskosten.

 

Grundsätzlich existieren zwei wesentliche Strategien für eine verbesserte CO2-Bilanz: Nachhaltigen Ökostrom nutzen und den Energiebedarf insgesamt reduzieren. Doch viele Unternehmen und speziell Bäckereien nutzen ihr volles Potenzial für einen umweltbewussten Betrieb noch nicht aus. Zu groß ist die Angst vor möglichen Ausfällen bei der Umstellung und hohen Investitionskosten bei der Umrüstung. Dabei gibt es einige Optionen, auch ohne Investitionen den Energieverbrauch zu optimieren und dabei sogar aktiv Kosten für die Bäckerei zu sparen.

 

Bäckerhandwerk mit Geschichte, Geschmack und grünem Bewusstsein

Frische Zutaten, lange Ruhezeiten für den Teig, geschultes Personal und Rezepte mit Tradition: Die besondere Qualität von Brot, Brötchen und Co. ist von vielen Faktoren abhängig, aber hohe Energiekosten zählen nicht dazu. Das Bäckerhandwerk gilt als sehr energieintensives Gewerbe. Allein Backöfen haben mit ca. 40 Prozent einen erheblichen Anteil am Gesamtenergiebedarf der Backstube. Natürlich lassen sich Rezepte und Backzeiten nicht einfach verkürzen, um den Energiebedarf zu senken. Jedoch gibt es verschiedene Maßnahmen, um im Backbetrieb den Energieverbrauch zu optimieren. Dabei geht eine Senkung der Energiekosten immer auch mit der Erhöhung der Energieeffizienz einher.

 

Heiße Öfen optimal genutzt: nachhaltiges Planen und energieeffizientes Backen

Durch die Optimierung von Arbeitsabläufen und die effiziente Anordnung von Geräten lassen sich Energiekosten nachhaltig senken – auch ohne teure Neuanschaffungen. Der heiße Bäckerofen als Energiefresser Nr. 1 steht dabei besonders im Fokus. Ist der Ofen heiß, sollte er im vollen Umfang und kontinuierlich – also mit der vollen Backfläche und ohne lange Leerzeiten – genutzt werden. Darüber hinaus kann durch das Ausnutzen der unterschiedlichen Zonen des Backofens und der Vergrößerung der Abstände zu Gär- und Kühlschränken der Stromverbrauch gesenkt werden. Eine regelmäßige Wartung und Pflege aller Geräte gewährleistet zudem eine maximale Energieeffizienz.

 

Neue Zutat Ökostrom – Nachhaltigkeit als Qualitätsmerkmal von Lebensmitteln

Eine klimafreundliche Produktion ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern gilt unter Verbrauchern längst als wichtiger Faktor für Kaufentscheidungen. Die Umstellung auf grünen Ökostrom ist meist der erste und einfachste Schritt, denn die Produktion bleibt davon unberührt. Man schmeckt keinen Unterschied beim Brot, aber für eine nachhaltige Zukunft ist der Wechsel entscheidend. Ob Wasserkraft, Windkraft oder Solarenergie: Durch den Einsatz von regenerativen Energiequellen kann jeder Betrieb die Entwicklung von nachhaltiger Energieerzeugung aktiv unterstützen. Die Kosten lassen sich für die Bäckereibilanz leicht überschauen und potenzielle Mehrkosten sind häufig geringer als gedacht. Durch den verstärkten Ausbau von nachhaltigen Energiequellen ist Ökostrom heute nicht mehr viel teurer als anderer Strom.

 

Praxisbeispiel aus Oldenburg: 100 Prozent grüne Energie bei maximaler Transparenz

Die Stadtbäckerei Schröder aus Oldenburg hat bereits den Wechsel auf ökologisch nachhaltigen Strom gewagt und ist begeistert. Der Firmeninhaber Jan Schröder hat sich für NaturwattStrom von EWE entschieden. Volle Transparenz über die Herkunft des Stroms sowie das Einsparpotenzial von CO2 haben ihn überzeugt. Der größte Anteil des Stromverbrauchs stammt jetzt aus Wasserkraft und der Betrieb arbeitet ohne Einschränkungen weiter – aber umweltbewusst und klimaneutral (mehr Infos).

 

Die Stadtbäckerei Schröder in Oldenburg (Bild: EWE)

 

Kleine Investition, große Wirkung: effektive Wege zum reduzierten Energieverbrauch

Beim Thema Investition denken viele an teure Neuanschaffungen, aufwendige Umrüstungen und backen plötzlich nur noch ganz kleine Brötchen. Doch nachhaltige Investitionen heißen immer auch Mehrwert für die Zukunft, Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Senkung von Kosten für Strom und Wärme. Neue smarte Technik und bessere Wärmedämmung der Gebäude bieten großes Potenzial für den Ausbau von nachhaltigen Bäckereien. Und das mit überschaubaren Investitionskosten. Auch bei der Beleuchtung lassen sich aufgrund der branchenüblichen Nachtschichten viele Einsparmöglichkeiten identifizieren. Durch den Einsatz von Präsenz- und Tageslichtsteuerung, modernen LEDs und einem smarten Lichtkonzept lassen sich die Energiekosten dauerhaft senken und gleichzeitig das Arbeitsklima für die Mitarbeiter in der Nachtschicht verbessern.

 

Die Zukunft der Bäckereien erstrahlt sonnig und grün: mit eigenen Solaranlagen

Wer ökologische mit ökonomischen Vorteilen kombinieren will, kann einen Teil des Strombezugs durch die Nutzung von selbsterzeugtem Öko-Strom kompensieren. Speziell große Dachflächen von Produktionshallen mit entsprechender Sonnenausrichtung bieten ideale Voraussetzungen für eine eigene Photovoltaik-Anlage. Durch den Verbrauch von Eigenstrom können die Energiekosten signifikant gesenkt werden. Auch eine Vermarktung von freien Stromreserven ist möglich und bildet eine zusätzliche Einnahmequelle für den Bäckereibetrieb. Zusätzliche Stromspeichersysteme helfen dabei, die regenerative Stromquelle optimal einzusetzen und vermeidet dadurch teure Lastspitzen beim Stromverbrauch. Einen weiteren ökonomischen Vorteil erhalten Bäckereien zum Beispiel mit Investitionen in die Abwärmenutzung bzw. die Wärmerückgewinnung. Dies erfolgt durch einen Wärmetauscher oder durch einen Schadenkondensator und ist mit höheren Kosten verbunden. Die flüchtige Wärme wird dabei in einen Pufferspeicher geleitet und steht so als Heizwärme oder zur Erzeugung von warmem Wasser zur Verfügung.

 

Contracting statt teurer Investition: neue Chancen für mehr Nachhaltigkeit in Backstuben

Ob moderne Heizungssysteme oder optimierte Beleuchtungsanlagen: Chancen für einen effizienten Stromverbrauch finden sich überall. Doch hohe Umrüstungskosten schrecken viele Entscheider ab. Darum sagen wir von EWE: Besser mieten als teuer kaufen – Contracting macht es möglich. Contracting ist ein spezielles Mietmodell und wird besonders für den nachhaltigen Ausbau von Wärme-, Kälte- und Beleuchtungssystem genutzt. Dabei kümmert sich der Contractor als Eigentümer der technischen Anlagen um die Planung, die Finanzierung, den Bau und den Betrieb. Der Mieter zahlt dafür einen festen monatlichen Betrag und seine Energiekosten und muss sich um nichts weiter kümmern. Durch Contracting können Unternehmen ihre Betriebskosten einfach reduzieren und ihren ökologischen Fußabdruck verbessern – ohne Risiko und ohne Kapitalbindungen.

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