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EWE business Magazin

Post-EEG: Das sollten Sie wissen

Wie sich der Weiterbetrieb von Post-EEG-Biogasanlagen wirklich rechnet

Stromdirektvermarktung
01.02.2024  6 Min.
Autor: Team EWE business

Post-EEG: Das sollten Sie wissen

Wie sich der Weiterbetrieb von Post-EEG-Biogasanlagen wirklich rechnet

Was bedeutet Post EEG?

Sie gehören zu den Pionieren der Energiewende: Landwirtschaftliche Betriebe die mit dem Bau einer Biogasanlage die Chancen des Erneuerbaren-Energie-Gesetztes (EEG) von der ersten Stunde an genutzt haben. Das EEG gewährt Anlagenbetreibern für den erzeugten Strom 20 Jahre lang eine attraktive, feste Vergütung. Die ersten Anlagen haben die Marke jedoch bereits erreicht. Für viele weitere läuft die erste Förderperiode in den nächsten Jahren aus. Das betrifft 2025 rund 600 Biogasanlagen, im darauffolgenden Jahr etwa 800 – sie werden zu so genannten Post-EEG-Anlagen.

 

Die Betreiber stehen damit vor einer grundlegenden Frage: Was tun mit ihrer Anlage? Das über Jahre aufgebaute Know-How und die Investitionen nicht weiter nutzen durch das Stilllegen der Anlage oder den Verkauf? Dies bedeutet meist eine vergebene Chance, da viele Anlagen technisch in einem guten Zustand sind und mit geringem Aufwand weiterbetrieben werden können.

 

Für viele Landwirtinnen und Landwirte ist es deshalb wirtschaftlich sinnvoller, ihre Post-EEG-Anlage selbst weiter zu betreiben. Dafür stehen ihnen eine ganze Reihe verschiedener Betriebs- und Vermarktungskonzepte zur Verfügung. Die wichtigsten stellen wir hier vor.

Umbau von Strom- auf Biomethanproduktion nur für wenige Post-EEG-Anlagen sinnvoll

Die mit dem Ukraine-Krieg verbundene Sorge um eine sichere Gasversorgung führt deutlich vor Augen, welch wertvolles Gut die Biogasanlagenbetreiber tagtäglich produzieren. Expertinnen und Experten fordern immer wieder, mehr Biogas zu Biomethan aufzubereiten, um es in das öffentliche Gasnetz einspeisen zu können. Das stärkt die Versorgungssicherheit und dient zugleich dem Klimaschutz, da das CO2-neutrale Biogas fossiles Erdgas verdrängt.

 

So vorteilhaft diese Form der Verwertung von Biogas mit Blick auf Energiesicherheit und Klimaschutz auch ist: Für die meisten Post-EEG-Anlagen eignet sich das Modell nicht – vor allem deshalb, weil die zur Aufbereitung und Netzeinspeisung erforderliche Technik erhebliche Investitionen erfordert.

 

Konkret müssen die Betreiber unter anderem Biomethanaufbereitungsanlagen installieren, die den Methangehalt des Rohbiogases auf das im Gasnetz geforderte Niveau bringt. Des Weiteren sind Rohrleitungen zum Verknüpfungspunkt mit dem Erdgasnetz sowie der Anschluss an das Netz erforderlich. Zudem sind für die Anlagen die Erweiterung der Genehmigungen und Bebauungspläne erforderlich. Dieses lohnt sich nur bei heute schon leistungsstarken Anlagen oder Anlagenzusammenschlüssen, die mit einer gemeinsamen Rohbiogasleitung mehrere Standorte bündeln und an einem zentralen Punkt gemeinsam in Aufbereitung und Netzanschluss investieren.

Haben Sie Fragen rund um das Thema Post-EEG?

Sichere Erlöse mit der EEG-Anschlussförderung und Direktvermarktung

Für viele Anlagenbetreiber ist es nach dem Auslaufen der ersten Förderperiode von 20 Jahren wirtschaftlich sinnvoll, im Rahmen einer Anschlussförderung eine feste Vergütung der Stromproduktion für weitere 10 Jahre zu sichern. Wer von der Anschlussförderung profitieren möchte, muss allerdings einige Bedingungen erfüllen. So ist ein flexibler Anlagenbetrieb und die Direktvermarktung der Stromerzeugung vorgeschrieben. Der Flexbetrieb kann zum einen durch den Zubau weiterer BHKW´s oder das sogenannte „negative Flexibilisieren“ durch Reduzierung der Jahresproduktion auf 45 % der heute installierten Leistung erfolgen. Für die gesamte installierte Leistung gibt es zudem in der Anschlussförderung den gesetzlich garantierten Flexzuschlag.

 

Durch einen flexiblen Anlagenbetrieb und einer optimalen Direktvermarktung lassen sich neben den garantierten Preisen zusätzliche Erlöse erzielen. Eine weitere Einnahmequelle ist die Auskopplung der Wärme zur Versorgung von Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden und weiteren Abnehmern. Dieses wird heute bereits von zahlreichen Anlagenbetreibern praktiziert und der Bedarf nach Nahwärmeversorgung steigt vor dem Hintergrund des Gebäudeenergiegesetzes weiter. Ein guter Grund, bei der Neuausrichtung der Anlage gleich die Einbindung von Wärmespeichern zur bedarfsgerechten Wärmeversorgung und die Erweiterung bestehender Wärmenetze bzw. den Ausbau neuer Wärmenetze zu prüfen.

 

 

Eine Energie- und Landwirtschaft mit mehreren Biogasanlagen-Fermentern aus der Luft
Bild: iStock.com / ollo

Erzeugung an den Börsenpreisen ausrichten

Der flexible Anlagebetrieb ist die Grundlage, um von den schwankenden Börsenpreisen zu profitieren. Mit entsprechenden Gas- und Wärmespeichern kann die Energie produziert werden, wenn sie gebraucht wird und einen hohen Wert hat. So macht es beispielweise keinen Sinn, eine Biogasanlage in sonnenreichen Monaten zu den Mittagszeiten zu betreiben. Hier sind die Börsenpreise aufgrund des hohen Angebotes von PV-Strom in der Regel niedriger als in den frühen Morgen- oder Abendstunden. Je flexibler die Anlagenbetreiber auf das Geschehen an der Strombörse reagieren, desto höher sind ihre Erlöse.

 

Mit der Einbindung der Anlagen in einen virtuellen Zusammenschluss tausender Erzeugungsanlagen – das Grüne Kraftwerk von EWE - schaffen Anlagenbetreiber die Voraussetzungen zur Teilnahme an allen attraktiven Strommärkten. Dabei helfen erfahrene Partner wie EWE. Neben der Optimierung des Fahrplanbetriebs sowie der eigentlichen Vermarktung übernehmen sie auch die energiewirtschaftlichen und rechtlichen Pflichten.

Fazit

Zusammenfassend ist es für Anlagenbetreiber wichtig, sich vor dem Auslaufen der Förderperiode über die verschiedenen Optionen zu informieren und gegebenenfalls frühzeitig einen Wechsel in die Direktvermarktung anzustoßen. Nutzen Sie die Expertise und langjährige Erfahrung von EWE und vereinbaren einen individuellen Beratungstermin.

Was ist bei Ihnen möglich? Lassen Sie sich beraten.

Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein und finden den passenden EWE-Kontakt in Ihrer Nähe.

Ein junger Landwirt auf einem Feld, links eine PV-Anlage im Hintergrund Windräder und eine Biogasanlage

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Das Virtuelle Kraftwerk von EWE, das so genannte Grüne Kraftwerk, trägt mit Hunderten dezentralen Kraftwerken tagtäglich zum Gelingen der Energiewende bei und bietet gleichzeitig attraktive Erlösmöglichkeiten für alle Mitglieder. Lassen Sie sich beraten, ob auch Ihre Anlage in Frage kommt und welche Optionen realisierbar sind. Es lohnt sich.

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