Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch in einem Bürogebäude und guckt in die Ferne, im Hintergrund lehnt ein Fahrrad an der Fensterfront.
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Quartiersplanung ist Zukunftsplanung

Moderne und nachhaltige Quartierskonzepte für die Generation Z

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10.09.2021  5 Min.
Autor: Clarissa Twenhoefel

Ein Quartier 5.0 für die Generation Z – so sollte es aussehen

Eine Reise in die Wunsch-Wohn-Welt der Generation Z

Wie möchten junge Menschen in Zukunft wohnen? Aktuelle Studien geben spannende Einblicke, welche Wünsche und Bedürfnisse die Generation Z beim Wohnen und Bauen hat und was das für die Planung von modernen Quartieren bedeutet.

 

Quartiersplanung ist Zukunftsplanung. Das, was Quartiersentwickler heute realisieren, muss auch in 20 Jahren noch den Wohnbedürfnissen der Menschen entsprechen. Dann, wenn es vor allem die Vertreter der Generation Z sind, also die etwa zwischen 1995 und 2012 Geborenen, die den Wohnungsmarkt bestimmen. Die Wohnungswirtschaft tut gut daran, sich schon jetzt mit den Wohnwünschen und Bedürfnissen der Gen Z oder Post-Millennials, wie sie auch genannt werden, auseinanderzusetzen. Denn wem bewusst ist, was die heutigen Teenager und jungen Erwachsenen bewegt und welche Wünsche sie in Bezug auf die Zukunft des Wohnens haben, der kann wirklich moderne und zukunftsfähige Quartiere erstellen und läuft nicht Gefahr, am Bedarf vorbeizuplanen und zu bauen. Was also muss ein modernes Quartier 5.0 leisten, um heute und in Zukunft attraktiv zu sein?

 

Was ist die Generation Z? Was wünscht sie sich?

Die Vertreter der Generation Z sind die ersten, die komplett im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind. Sie sind sozusagen die ersten wirklichen Digital Natives, die das Smartphone als „dritte Hand“ benutzen. Studien, die sich mit ihrem Lebensgefühl befassen, zeigen: Die jungen Menschen sind technikaffin und verstehen sich als Teil einer globalen Gesellschaft, vernetzt durch digitale Medien. Themen, die sie bewegen, sind Umwelt- und Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und soziale Verantwortung. Nachhaltigkeit und Gesundheit spielen für sie eine große Rolle. Materielle Statussymbole verlieren dagegen an Bedeutung. Selbstachtung und Sinnerfüllung im Leben sind vielen wichtiger als die berufliche Karriere. Entsprechend haben Familie, Freunde und Beziehungen einen hohen Stellenwert. In Sachen Mobilität zeigen sich die technikaffinen “Z-ler” deutlich offener als ihre Vorgängergenerationen: Elektromobilität, Carsharing, autonomes Fahren – all das passt zum Lebensgefühl der jungen, gerade ins Erwerbsleben gestarteten oder demnächst eintretenden Menschen.

 

Generation Z: die Medialisierung des Zuhauses

Eine Welt ohne Internet? Das kennen die Vertreter der Generation Z nicht und könnten sie sich vermutlich auch nicht vorstellen. Denn online zu sein, gehört für diese Altersgruppe einfach zum Leben dazu. Fast alle besitzen ein Smartphone, wie Erhebungen zeigen. Befragungen und Untersuchungen zeichnen ein Bild ihres Alltags, indem die analoge und die digitale Welt miteinander verschmelzen: Wann und wo man möchte, streamt man Filme und Serien. Die Smartwatch zeigt einem morgens an, ob man gut geschlafen hat, und abends, ob noch ein paar Schritte für die Gesundheit zu gehen sind. Auf dem Smartphone werden die Social-Media-Posts der Freunde und Influencer gecheckt und auf dem Weg zur Arbeit oder in die Schule wird der neueste True-Crime-Podcast über einen Streamingdienst gehört. Auf Shoppingtour geht man gern online, bevorzugt mit dem eigenen Smartphone, und selbst das Gespräch mit dem Bankberater findet nicht in der Filiale, sondern per Videostream vom heimischen Sofa aus statt. Die Wohnung ist zugleich privater Rückzugsort und das Tor zu Social Media sowie virtuellen Welten, die per Augmented oder Virtual Reality erlebbar werden. Die QVC-Zukunftsstudie „Living 2038: Wie lebt Deutschland übermorgen?“ spricht gar von einer „Medialisierung der Wohnung“. Die Versorgung eines Quartiers mit schnellem und flächendeckendem Internet über Glasfaserkabelanschluss bildet somit die Grundvoraussetzung, damit sich diese Generation wohlfühlen kann.

 

Smart Home bei der Generation Z besonders beliebt

Bei dieser ausgeprägten Online- und Technikaffinität ist es fast schon logisch, dass sich die Generation Z auch beim Bauen und Wohnen aufgeschlossen gegenüber technischen Innovationen und allem Digitalen zeigt. So hat im Juni 2020 eine Studie von finanzen.de ergeben, dass in der Altersklasse über 64 Prozent der Befragten ein Smart Home planen und bauen möchten. Für die Digital Natives erscheint es vollkommen normal, auch die Gebäudeautomation über das Smartphone zu bedienen und sich von Smart-Home-Technik im Alltag unterstützen lassen. Moderne Quartiere sind also smarte Quartiere, die jede Menge Wohnkomfort bieten.

 

Jüngere wünschen sich Wohneigentum und Familie

Allgemein streben überraschend viele junge Menschen der Generation Z nach Wohneigentum. Laut einer Youngcom-Befragung von 2018 wollen rund 90 Prozent der unter 30-Jährigen später ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung. Das passt zur Erkenntnis, dass in dieser Altersgruppe die Zeit mit der Familie einen großen, wenn nicht gar den größten Stellenwert einnimmt. Mit Corona hat sich dieser Trend nochmals verstärkt: So hat die Studie „No Place Like Home“ von Y Pulse bereits Anfang 2020 herausgefunden, dass das Alleinwohnen durch Corona an Attraktivität verloren hat. Da überrascht es nicht, dass im Februar 2021 in einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen die überwiegende Mehrheit der 14- bis 19-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen (87 Prozent) angab, mit 30 Jahren gerne im Eigenheim oder der eigenen Wohnung wohnen zu wollen. 84 Prozent möchten dann gemeinsam mit einer eigenen Familie leben.

 

Die Zukunft des Wohnens: Klein- und Mittelstädte gewinnen bei der Gen Z an Beliebtheit

Nahezu alle aktuellen Studien zu den Wohnwünschen der jungen Menschen kommen zu dem Ergebnis, dass das Leben in den Großstädten an Attraktivität verliert. Nach der Forsa-Studie etwa möchte nur noch jeder Fünfte, nämlich 21 Prozent der befragten 14- bis 19-Jährigen, in einer Großstadt wohnen. Hingegen bevorzugen 28 Prozent eine mittelgroße Stadt als Wohnort und 25 Prozent einen Vorort. Fast jeden Vierten (24 Prozent) zieht es aufs Land. Die Erfahrungen während der Lockdowns hat vielen gezeigt, wie wertvoll ein eigener Garten sein kann. Die Macher der CBRE-Studie „Global Outlook 2030: The Age of Responsive Real Estate“ kommen zu dem Schluss, dass die Generation Z in gemischt genutzten Wohnkomplexen mit Service in städtischer Umgebung wohnen möchte und dabei besonders Wert auf Nachhaltigkeit legt.

 

Hohes Bewusstsein für Nachhaltigkeit: Die Generation Z möchte klimaschonend wohnen

Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielt für die Gen Z auch beim Wohnen eine große Rolle. Die manchmal als „Generation Greta Thunberg“ bezeichnete Altersklasse ist sogar bereit, einen finanziellen Beitrag für einen besseren Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. So gaben in der Forsa-Befragung rund zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) an, dass sie es richtig finden würden, wenn Mieter und Wohneigentümer einen Beitrag zum Klimaschutz durch höhere Wohnkosten leisten würden, beispielsweise über die CO2-Abgabe oder eine Umlage aufgrund einer kostenintensiven energetischen Sanierung von Häusern. Für diese Altersklasse sind somit ressourcenschonendes Bauen sowie nachhaltige Energielösungen für ein lebenswertes Wohnumfeld unabdingbar. Für die Energieversorgung von Quartieren bedeutet das, dass diese heute schon so klimaschonend wie möglich geplant werden sollte, etwa durch ganzheitliche Lösungen für Strom, Wärme, Mobilität und deren intelligente Vernetzung. Der Energie- und Infrastrukturexperte EWE erarbeitet solche nachhaltigen Komplettlösungen für die Wohnungswirtschaft, die Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden, und legt damit im Hier und Jetzt bereits den Grundstein für lebenswerte Quartiere der Zukunft.

 

Generation Z wünscht sich eine nachhaltige Mobilität

Ähnlich verhält es sich mit der Mobilität: Das Statussymbol Auto verliert in der Generation Z an Bedeutung. Viele können sich mit einer Sharing-Lösung anfreunden, wie beispielsweise die QVC-Zukunftsstudie zeigt. Für 46 Prozent dieser Generation ist es denkbar, künftig Fahrzeuge mit anderen zu teilen. Laut der Studie „PwC Europe Consumer Insights Series 2020“ sind zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen zudem offen gegenüber dem autonomen Fahren. Dabei herrscht generell eine große Ablehnung fossiler Antriebe vor. In der „Ford Mobility Zeitgeist Studie 2020: Die mobile Generation Z“ lehnte die Mehrheit der befragten 18- bis 23-Jährigen Diesel- und Benzinmotoren ab. Vier von zehn Befragten sind dafür der Meinung, Elektroautos seien cool und die Zukunft. Ein modernes Wohnquartier sollte daher für E-Mobilität gerüstet sein und eine ausreichende Anzahl an Ladestationen für E-Fahrzeuge aller Art aufweisen.

 

Flexible, nachhaltige Quartierskonzepte sind zukunftsfähig

Die Corona-Pandemie hat es eindrucksvoll gezeigt: Die Welt ändert sich rasant. In einer immer schnelllebigeren Zeit ist kaum vorhersehbar, wie sich die Wohn- und Lebensbedürfnisse in 20 oder 30 Jahren verändern werden. Daher sind Wohnungswirtschaft und Bauträger heute gefordert, nicht nur die Wohnwünsche künftiger Generationen soweit es geht zu antizipieren, sondern ihre neuen Wohnkonzepte auch flexibel nutzbar zu gestalten und in puncto Infrastruktur- und Energieversorgung auf dem neuesten Stand zu planen. So lässt sich das Quartier später auf zum Planungszeitpunkt noch nicht vorhersehbare Entwicklungen anpassen. Wie solche Quartiere der Zukunft aussehen könnten, zeigen ganz konkret einige Projekte, die gerade in Zusammenarbeit mit dem Energie- und Infrastrukturunternehmen EWE im Rahmen der Initiative Gemeinde 5.0 des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds umgesetzt werden.

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