Ein Mann zeigt einer Frau eine Zeichnung
EWE business Magazin

Klimafreundlich mit Wärmepumpe

Optimal für den Einsatz in Gewerbebetrieben und Mehrfamilienhäusern

EWE business Magazin / Wärme / Wärmepumpen
Wärme
Grüne Energie
Energiewende
21.07.2022  5 Min.
Autor: Team EWE business

Die Wärmepumpe – Heiztechnik mit Umweltbonus

Funktionsweise, Einsatzgebiete und Förderung von Wärmepumpen im Überblick

Wärmepumpen gelten als die Heiztechnik der Zukunft. Sie sind klimafreundlich, wartungsarm und arbeiten unabhängig von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas. Wir erklären, wie die Pumpen funktionieren, wo sie sich sinnvoll einsetzen lassen und wie Investoren in diese zukunftsfähige Heiztechnik finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten.

 

Angesichts der Klima- und Energiekrise hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, die Wärmepumpe zur Standardheizung zu machen. Das Ziel: Ab 2024 sollen 500.000 neue Wärmepumpen pro Jahr installiert werden. Bei neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern ist die Wärmepumpe schon längst Standard. In größeren Gebäuden wie Kliniken, Hotels oder auch Mehrfamilienhäusern sowie gewerblich und industriell genutzten Immobilien sieht das jedoch (noch) anders aus. Hier sind Wärmepumpen bislang noch nicht so häufig vertreten. Dabei können Wärmepumpensysteme durchaus auch in größerem Maßstab klimaschonend und wirtschaftlich heizen, vorausgesetzt sie wurden richtig dimensioniert und der Wärmebedarf des Gebäudes ist nicht exorbitant hoch.

 

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die meisten Wärmepumpen sind Kompressionswärmepumpen. Vereinfacht gesagt wird bei dieser Technik ein Kältemittel durch ein warmes Medium wie den Erdboden, die Luft oder das Grundwasser geführt. Das Kältemittel nimmt die Wärme auf und ändert dabei seinen Aggregatzustand. Es verdampft zu Gas. Indem die Wärmepumpe nun dieses Gas verdichtet, heizt es sich auf. Über einen Wärmetauscher wird die so erzeugte Wärme an die Heizungsanlage und/oder ins Warmwassersystem abgegeben. Das kühlere Heizungsrücklaufwasser kühlt den Kältemitteldampf ab, wodurch dieses kondensiert und wieder flüssig wird. Es fließt nun zum sogenannten Expansionsventil, welches den Druck auf die Flüssigkeit reduziert. Das Kältemittel hat wieder mehr Platz und kühlt dadurch noch stärker ab. In diesem Zustand fließt es zurück zum Wärmemedium und der Kreislauf beginnt von Neuem. Die Idee dahinter: Die Geräte nutzen die unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung stehende Wärme, die in der Umwelt gespeichert ist.

 

Grafik: EWE

 

Damit die „Maschine“ läuft, muss allerdings Energie eingesetzt werden: In der Regel werden Wärmepumpen mit Strom betrieben. Dieser Betriebsstrom kann Ökostrom aus der Steckdose sein, aber auch – besonders günstig – von der eigenen Photovoltaikanlage stammen. Dann ist der Betrieb der Wärmepumpe CO2-neutral. Die meisten Wärmepumpenanlagen sind außerdem umkehrbar, können also auch zum Kühlen eingesetzt werden.

 

Abwärme als Energiequelle für Wärmepumpen

Grundsätzlich arbeitet eine Wärmepumpenanlage effektiver je höher die Ausgangstemperatur der Wärmequelle ist, weil dann der zu überwindende Temperaturunterschied geringer ist. Da im Gegensatz zur Außenluft tief im Erdreich und im Grundwasser das ganze Jahr über Plusgrade um die 10 °C herrschen, besitzen Erd- und Wasser-Wärmepumpen somit automatisch höhere Effizienzwerte als Luft-Wärmepumpen. Im industriellen und gewerblichen Umfeld ist deshalb besonders interessant, dass Wärmepumpen Abwärme als Energiequelle nutzen können. Die Abwärme kann etwa aus Server-, Produktions- oder Kühlanlagen stammen. Auch Wärmeenergie aus Abwasser eignet sich für den Betrieb von Wärmepumpen.

 

Auf Effizienz der Wärmepumpe achten

Wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet, lässt sich am COP-Wert (coefficient of performance) ablesen. Die auch als Leistungszahl bezeichnete Kenngröße gibt das Verhältnis der Wärmeleistung zur dazu erforderlichen Antriebsenergie an. Gemessen wird unter normierten Testbedingungen. Ein COP-Wert von 4 bedeutet, dass viermal mehr Wärmeenergie produziert wird als Strom aufgewendet wurde. Je höher der Wert, desto effizienter ist also das Gerät. Doch die Wärmepumpe allein macht noch keine Heizungsanlage. Wer wissen möchte, wie effizient die gesamte Wärmepumpenanlage ist, muss sich die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, anschauen. Sie gibt an, in welchem Verhältnis übers Jahr gesehen die eingesetzte elektrische Energie zur erzeugten thermischen Energie, also zur Wärme-Energie, steht. Hier fließen auch die Temperaturschwankungen der Wärmequelle im Jahresverlauf ein.

 

Bewährte Wärmepumpentechnik für Gewerbe, Industrie und Mehrfamilienhäuser

Erfolgreiche Wärmepumpenanwendungen in Mehrfamilienhäusern und Industriegebäuden zeigen, dass die Technik nicht nur im Einfamilienhaus sinnvoll zum Einsatz kommen kann. Der Markt bietet für Einsatzgebiete wie diese inzwischen spezielle Großwärmepumpen oder auch Systeme, bei denen mehrere Wärmepumpen in Kaskade zusammengeschaltet werden. Für die Rentabilität der Anlage gelten dann grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie für ein Ein- oder Zweifamilienhaus: Die Vorlauftemperaturen sollten möglichst niedrig sein, was in Altbauten durch eine Dämmung der Gebäudehülle und/oder den Einbau großer Heizflächen erreicht werden kann. Ideal sind Flächenheizungen wie eine Fußbodenheizung, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen von um die 55 Grad Celsius auskommen. Aber auch mit speziellen Heizkörpern kann eine Wärmepumpe effizient arbeiten. Alternativ bietet sich in Altbauten mit einem höheren Wärmebedarf auch die Kombination der Wärmepumpe mit einer Gasheizung oder einer Fernwärmeanbindung an. In einer solchen Hybridheizung übernimmt die Wärmepumpe dann die Grundversorgung und an besonders kalten Tagen springt die Zusatzheizung ein.

 

Förderung von Wärmepumpen: Geld vom Staat für klimafreundliche Heiztechnik

Weil der Strom aus dem Netz im Zuge der Energiewende zunehmend aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind stammt, gilt das Heizen mit Strom über Wärmepumpen auch unter Energiewende-Experten als wichtige Zukunftstechnik. Nicht zuletzt deshalb fördert die Bundesregierung die Anschaffung von Wärmepumpen. Wer bei einem Heizungstausch auf eine Wärmepumpe wechselt, kann einen BEG1-Zuschuss über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten. Bei Antragstellung bis zum 14.8.2022 beträgt der Zuschuss 35 Prozent der Anschaffungskosten im Standardfall, 45 Prozent bei Ersatz einer Ölheizung und 30 Prozent beim Einbau einer neuen Gas-Hybridheizung mit Wärmepumpe. Ab dem 15.8.2022 werden die Fördersätze für Einzelmaßnahmen wie beispielsweise der Wechsel auf eine Wärmepumpe um fünf bis 10 Prozentpunkte gesenkt. Der Grund ist, dass bei knappen Bundesmitteln möglichst viele von der Förderung profitieren sollen.
Bei Neubauten und Vollsanierungen auf Effizienzhausstandard mit Wärmepumpen können zinsgünstige Kredite mit hohen Tilgungszuschüssen oder Investitionszuschüsse über die KfW-Bank in Anspruch genommen werden.2 Große Wärmepumpen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt in Wärme- oder Kältenetzen sowie Tiefengeothermieanlagen fördert die KfW ebenfalls, und zwar mit Krediten über maximal 25 Millionen Euro und einem Tilgungszuschuss von bis zu 50 Prozent.3 Darüber hinaus haben auch die Bundesländer sowie einige Gemeinden und Städte spezielle Förderprogramme für Wärmepumpen aufgelegt. Unter www.waermepumpe.de finden Sie den Förderrechner des Bundesverbands Wärmepumpe, der für jede Anlage und Einbausituation die bestmögliche Förderung ermittelt.
 

1 BEG: Bundesförderung für effiziente Gebäude
2 BEG-Förderung über die KfW: „Wohngebäude – Kredit (261, 262)“, „Wohngebäude – Zuschuss (461)“, „Nichtwohngebäude – Kredit (263)“, „Nichtwohngebäude – Zuschuss (463)“
3 Förderprogramm der KfW „Erneuerbare Energien – Premium (Kredit 271, 281)“; Förderprogramm der KfW „Erneuerbare Energien – Premium – Tiefengeothermie“ (Kredit 272, 282)

Portraitfoto des EWE Wärmeexperten für Geschäftskunden Manuel von Waaden
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Die Wärmepumpentechnologie ist in Verbindung mit grünem Strom eine sichere und klimafreundliche Heiztechnologie. Daher setzen wir bei EWE auf diese Möglichket, wenn die Voraussetzungen dafür passen. Dazu ist es natürlich nicht nur wichtig zu wissen, wie die aktuelle Situation bei unseren Kunden ist, sondern auch, welche zukünftigen Entwicklungen z.B. hinsichtlich Modernisierungen oder Erweiterungen der Gebäudestruktur geplant sind. Ein Gespräch mit unseren Kunden und eine ausführliche Beratung schafft darüber Klarheit.

Manuel von Waaden
Wärmeexperte für Geschäftskunden

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Ein Mann im weißen Hemd und mit Brille lehnt an einer sonnendurchfluteten Fensterfront

So gehen Sie am besten vor

Wenn Sie Ihre Wärmeversorgung modernisieren möchten, ist zunächst eine herstellerunabhängige Beratung wichtig, die Ihre Optionen aufzeigt und aus der ein individuell für Ihr Unternehmen passendes Konzept abgeleitet werden kann. Bei EWE gibt es zudem die Möglichkeit, die gesamte Infrastruktur für die Heizanlage ohne eigene Investition gestellt zu bekommen, gezahlt wird dann nur die Wärmelieferung.

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