Letzte Aktualisierung:
21.07.2024
6 Minuten
Funktionsweise, Einsatzgebiete und Förderung von Wärmepumpen im Überblick: Wärmepumpen gelten als die Heiztechnik der Zukunft. Sie sind klimafreundlich, wartungsarm und arbeiten unabhängig von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas. Wir erklären, wie eine Wärmepumpe funktioniert, wo sie sich sinnvoll einsetzen lässt und wie Sie bei der Investition in diese zukunftsfähige Heiztechnik finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten.
Inhalt:
Die meisten Wärmepumpen sind Kompressionswärmepumpen. Vereinfacht gesagt wird bei dieser Technik ein Kältemittel durch ein warmes Medium wie den Erdboden, die Luft oder das Grundwasser geführt. Das Kältemittel nimmt die Wärme auf und ändert dabei seinen Aggregatzustand: Es verdampft zu Gas. Die Wärmepumpe verdichtet nun dieses Gas und heizt es dadurch auf. Über einen Wärmetauscher wird die so erzeugte Wärme an die Heizungsanlage und/oder ins Warmwassersystem abgegeben. Das kühlere Heizungsrücklaufwasser kühlt den Kältemitteldampf ab, wodurch dieser kondensiert und wieder flüssig wird. Das sogenannte Expansionsventil reduziert anschließend den Druck auf die Flüssigkeit. Das Kältemittel hat wieder mehr Platz und kühlt dadurch noch stärker ab. In diesem Zustand fließt es zurück zum Wärmemedium, und der Kreislauf beginnt von Neuem. Die Idee dahinter: Die Geräte nutzen die unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung stehende Wärme, die in der Umwelt gespeichert ist.
Damit die „Maschine“ läuft, muss allerdings Energie zum Einsatz kommen: In der Regel sind Wärmepumpen mit Strom betrieben. Dieser Betriebsstrom kann Ökostrom aus der Steckdose sein, aber auch – besonders günstig – von der eigenen Photovoltaikanlage stammen. Dann ist der Betrieb der Wärmepumpe CO2-neutral. Die meisten Wärmepumpenanlagen sind außerdem umkehrbar, können also auch zum Kühlen eingesetzt werden.

"Die Wärmepumpe ist in Verbindung mit grünem Strom eine sichere und klimafreundliche Heiztechnologie. Daher setzen wir bei EWE auf diese Möglichket, wenn die Voraussetzungen dafür passen. Dazu ist es natürlich nicht nur wichtig zu wissen, wie die aktuelle Situation bei unseren Kundinnen und Kunden ist, sondern auch, welche zukünftigen Entwicklungen zum Beispiel hinsichtlich Modernisierungen oder Erweiterungen der Gebäudestruktur geplant sind. Ein Gespräch und eine ausführliche Beratung schaffen darüber Klarheit."
Manuel von Waaden
Wärmeexperte für Geschäftskunden
Der Strom aus dem Netz stammt im Zuge der Energiewende zunehmend aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind. Daher gilt das Heizen mit Strom über Wärmepumpen auch unter Fachleuten für die Energiewende als wichtige Zukunftstechnik. Nicht zuletzt deshalb fördert die Bundesregierung die Anschaffung von Wärmepumpen. Wer bei einem Heizungstausch auf eine Wärmepumpe wechselt, kann einen BEG-Zuschuss über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten.
Bei Neubauten und Vollsanierungen auf Effizienzhausstandard mit Wärmepumpen ermöglicht die KfW-Bank zinsgünstige Kredite mit hohen Tilgungszuschüssen oder Investitionszuschüssen. Darüber hinaus haben auch die Bundesländer sowie einige Gemeinden und Städte spezielle Förderprogramme für Wärmepumpen aufgelegt. Unter www.waermepumpe.de finden Sie den Förderrechner des Bundesverbands Wärmepumpe, der für jede Anlage und Einbausituation die bestmögliche Förderung ermittelt.
Voraussetzungen für den Einsatz einer Wärmepumpe im Gewerbe:
- genau an den Bedarf angepasste Größe, etwa durch Großwärmepumpen
- niedrige Vorlauftemperaturen notwendig gegebenenfalls Kombination mit Gasheizung oder Fernwärmeanbindung als Hybridheizung
Begriffe rund um die Wärmepumpe:
- COP-Wert (coefficient of performance): Bezeichnet das Verhältnis zwischen Wärmeleistung und Antriebsenergie
- JAZ (Jahresarbeitszahl): Bezeichnet das Verhältnis zwischen eingesetzter elektrischer Energie und erzeugter Wärme-Energie
Für eine nachhaltige Wärmeversorgung ist es wichtig, sich mit Fachleuten kurzzuschließen. Denn besser, Sie haben eine gute Einschätzung Ihrer Möglichkeiten und einen fundierten Plan, bevor es losgeht. Das spart Zeit und Geld. EWE unterstützt Sie von Schritt A bis Schritt Z. Und Sie müssen nichts investieren.