Letzte Aktualisierung:
29.08.2023
9 Minuten
KI-Tools im Unternehmensalltag: Einsatzmöglichkeiten, Chancen, Risiken und Anwendungsbeispiele.
KI ist DAS Trendthema 2023. In jeder Branche, auf jeder Konferenz, in allen Medien wird darüber berichtet. Noch in diesem Sommer soll in Deutschland der erste KI-Radiosender starten, der komplett ohne menschliche Moderation und Redaktion auskommt. Erste Berufsstände aus Bereichen wie Design, Drehbuch oder Schauspiel fürchten, dass KIs ihre Jobs übernehmen könnten. Doch was ist künstliche Intelligenz eigentlich, welche Chancen und Risiken birgt sie und wie können Sie ChatGPT oder andere Programme im Unternehmensalltag nutzen? Und welche rechtlichen Grundlagen müssen vor dem Einsatz beachtet werden?Der Hauptvorteil von künstlichen Intelligenzen gegenüber Menschen ist, dass sie größere Datenmengen in deutlicher kürzerer Zeit auswerten können. Das hilft zum Beispiel in der Marktforschung, beim Erkennen von Trends oder auch in der IT-Sicherheit. Eine KI kann beispielweise durchgehend die IT-Infrastruktur überwachen und verdächtige Aktivitäten melden. Gleiches gilt für viele Formen der Qualitätskontrolle – auch hier können KI-Systeme Fehler frühzeitig erkennen, melden und zum Teil auch selbstständig beheben. Insgesamt bietet KI zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitsprozesse zu automatisieren und zu optimieren. So kann zum Beispiel ein KI-gestützter Chatbot häufig gestellte Kundenanfragen beantworten oder ein Analysetool Zusammenhänge in den Geschäftsdaten erkennen und zukünftige Entwicklungen vorhersagen.
Bei allen schönen Szenarien, in denen KI zeitintensive Routineaufgaben übernimmt, gibt es auch einige Risiken, die beim Einsatz berücksichtigt werden müssen. Zunächst einmal ist die Einführung eines KI-Systems im Unternehmen auch eine Investition, die zeitliche, finanzielle und personelle Ressourcen bindet. Mitarbeitende müssen geschult werden und für die Implementierung sind unter Umständen externe Spezialisten erforderlich. Gleichzeitig sollte eine zu große Abhängigkeit von dieser Technologie vermieden werden. Fällt die Technik aus, muss das Geschäft trotzdem weiterlaufen.
Die größten Risiken sind jedoch datenschutzrechtliche und ethische Bedenken. Alle Daten, die Sie in eine KI eingeben, nutzt diese, um weiter zu lernen. Aus Ihrem Feedback kann sie beispielsweise schließen, ob eine Antwort gut oder schlecht war und sich so verbessern. Problematisch wird es, wenn Sie der KI vertrauliche oder geheime Daten geben oder solche, die nach der DSGVO geschützt werden müssen. Dann müssen Sie sicherstellen, dass das KI-System, das Sie einsetzen, diese Anforderungen erfüllt. Außerdem ist eine KI immer nur so gut wie die Daten, mit denen sie trainiert wurde. Vorurteile und Diskriminierungen in den Trainingssätzen können zu Fehleinschätzungen führen. Diese sind nur schwer oder gar nicht zu korrigieren, da die Nutzenden in der Regel keinen Einblick haben, wie genau die künstliche Intelligenz zu ihrer Entscheidung gekommen ist. Daher ist es zwingend notwendig, verantwortungsbewusst mit KI umzugehen und ihr im Zweifelsfall nicht das letzte Wort zu überlassen.
Fragen zu den Risiken, die KI im Bereich IT-Sicherheit birgt, beantwortet unser IT-Sicherheitsexperte David Brieskorn in seinem Fachbeitrag: Der Einfluss von KI auf unsere IT-Sicherheit.
Die bekannteste Sprach-KI-Anwendung ist ChatGPT von dem amerikanischen Unternehmen OpenAI. Mit ihr lassen sich Texte aller Art erzeugen, die von menschlicher Sprache kaum zu unterscheiden sind. Zu den größten Text-zu-Bild-KIs gehören Midjourney und Dall-E, die Bilder erstellen können, die bereits Preise bei Fotowettbewerben gewonnen haben. Darüber hinaus gibt es heute weit über 1.000 KI-Tools auf dem Markt, die meist auf einem dieser Modelle basieren, aber für spezielle Aufgaben weiterentwickelt wurden: Steve AI und Runway lassen sich zur Videobearbeitung einsetzen, Tome und Decktopus erstellen PowerPoint-Präsentationen, Notion dient der Organisation von Notizen, neuroflash schreibt auch, Deepl übersetzt und verbessert Texte. Hinzu kommen KI-gestützte Suchmaschinen wie Bing Chat von Microsoft, Bard von Google oder You.com, die nicht nur relevante Webseiten anzeigen, sondern direkt eine Antwort auf die gestellte Frage liefern. Täglich kommen neue Anwendungen für die unterschiedlichsten Zwecke hinzu.
ChatGPT ist die bisher erfolgreichste KI-Anwendung, die bereits von vielen auch im Unternehmensalltag genutzt wird. Sie ist relativ einfach zu bedienen und dennoch sehr vielseitig. In der Grundversion basiert sie auf dem Large Language Model GPT-3, ist kostenlos und benötigt für die Registrierung lediglich eine E-Mail-Adresse. Zu beachten ist, dass diese KI mit Daten bis zum Jahr 2021 trainiert wurde und daher keine Kenntnisse über spätere Ereignisse hat. Sie kann auch nicht im Internet nach Informationen suchen. Dies ist nur mit der neueren, kostenpflichtigen Variante möglich, die auf dem Large Language Model GPT-4 basiert. Dieses wurde mit einem deutlich größeren Datensatz trainiert, kann Bilder und PDF-Dateien auswerten und ist durch zusätzliche Funktionen in der Lage, im Internet zu recherchieren.
Um Ihnen einen ersten Einblick zu geben, haben wir für Sie 5 Möglichkeiten zusammengestellt, wie Sie ChatGPT oder ähnliche Programme sofort im Alltag einsetzen können:
Diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig und durch den Einsatz weiterer KI-Tools sind unzählige weitere Anwendungsvarianten denkbar: vom KI-gestützten Chatbot über den KI-gesteuerten Unkrautvernichter bis hin zur medizinischen Diagnose sind kaum Grenzen gesetzt.
Ähnlich verhält es sich mit Schreib- oder Bildstilen, die Sie vielleicht imitieren möchten. Wenn Sie einen Satz nutzen, der explizit im Stil von Donald Duck geschrieben ist, handelt es sich um eine urheberrechtlich geschützte Figur, die Sie nicht verwenden dürfen. Dasselbe gilt für reale Personen. Ein Bild vom Papst auf einem Motorrad kann zwar lustig sein, verletzt aber dessen Persönlichkeitsrechte. Ebenso müssen Markenrechte beachtet werden. Auch wenn das Bild oder der Slogan von einer KI-generiert wurde, dürfen Sie weder Meister Proper noch „Wenn’s ums Geld geht …" verwenden.
Schließlich sollten Sie sicherstellen, dass Ihr KI-Tool die kommerzielle Nutzung der generierten Inhalte erlaubt. Bei ChatGPT, Dall-E und vielen anderen ist dies problemlos möglich, wenn Sie die oben genannten Punkte berücksichtigen. Ein Blick in die Nutzungsbedingungen schafft Klarheit. Dennoch ist es ratsam, Inhalte, die von einer KI erstellt und eins zu eins auf der Webseite oder ähnlichem übernommen werden, immer entsprechend zu kennzeichnen. Jetzt aber erstmal viel Spaß beim Ausprobieren!
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