Letzte Aktualisierung:
23.03.2022
6 Minuten
Was ist eine CO2-Bilanz und was bringt eine solche Bilanzierung?
Der äußere Handlungsdruck, aber auch die eigene Motivation, klimafreundlicher zu werden, wächst auch für Selbstständige und kleine Unternehmen. Doch nur wer den eigenen Status quo kennt, kann sich auch verbessern und seine Emissionen verringern. Umso wichtiger ist es, die eigene betriebliche CO2-Bilanz, den sogenannten Corporate Carbon Footprint (CCF), zu kennen – als ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Das GHG Protocol unterteilt den zu ermittelnden CO2-Fußabdruck eines Unternehmens in drei Emissionsklassen, sogenannte Scopes.
Scope 1: Direkte Emissionen
Die direkten Emissionen (Scope 1) umfassen die Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung im Unternehmen selbst. Hierzu zählen zum Beispiel Emissionen aus eigenen Quellen z. B. durch das verfeuerte Erdgas bei dem Backofen in einer Bäckerei. Abgase aus Verbrennungsmotoren der Firmenwagen im Fuhrpark zählen ebenso dazu, wie ein unsachgemäßer Austritt von Kühlmitteln einer Klimaanlage.
Scope 2: Indirekte Emissionen
Unter Scope-2-Emissionen versteht man die Treibhausgase, die durch den Bezug von Energie entstehen, also zum Beispiel durch den Bezug von Strom für die Beleuchtung und technische Ausstattung von Geschäftsräumen.
Scope 3: Alle indirekten Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette
Hierunter fallen alle Emissionen, die durch das Unternehmen verursacht werden, aber in Anlagen bzw. Prozessen einer anderen Organisation entstanden sind. Typische Beispiele für Emissionen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette sind solche, die bei der Produktion von eingekauften Gütern oder Dienstleistungen entstehen, etwa bei der Herstellung der Milch, die ein Bäcker für das Backen seiner Waren einkauft. Auch die Emissionen, die durch die tägliche Anfahrt von Mitarbeitenden zur Arbeitsstätte oder bei Dienstreisen entstehen, gehören dazu. In der nachgelagerten Wertschöpfungskette fließen beispielsweise Emissionen ein, die beim Versand von Produkten entstehen. Um im Beispiel des Bäckers zu bleiben, könnten das die Emissionen sein, die beim Ausliefern der Backwaren durch einen Subunternehmer freigesetzt werden.
Bei dem Erstellen einer CO2-Bilanz gemäß dem GHG Protocol ist das Erfassen der Treibhausgasemissionen aus den Klassen Scope 1 und Scope 2 verpflichtend. Ob auch Emissionen aus Scope 3 einfließen, kann jeder selbst entscheiden. Um einen umfassenden Überblick seiner Klimabilanz zu erhalten, empfiehlt es sich jedoch, auch diese Emissionen in Betracht zu ziehen. Denn letztendlich ermöglicht erst der umfassende Blick die Identifikation wesentlicher Hebel für wirksame Klimaschutzmaßnahmen.

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