CO2-Preis 2026

Was die Korridorphase für Unternehmen bedeutet

Zwei Kolleginnen bei der Büroarbeit vor einer Fensterfront, hinter der Bäume zu sehen sind.

Nationaler Emissionshandel (nEHS)

Wie die neue CO2-Bepreisung Ihren Wärmepreis verändert

Ab 2026 ändert sich die CO2-Bepreisung in Deutschland: Statt eines festen Preises wird der CO2-Preis innerhalb eines Preiskorridors durch Auktionen gebildet. Das wirkt sich auf Ihren Wärmepreis aus.

Was ist die Korridorphase?

Die Korridorphase im nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) für das Jahr 2026 markiert den Übergang von der bisherigen Festpreisphase (2021–2025) für CO2-Zertifikate zu einem marktbasierten Auktionsdesign. Die rechtliche Grundlage dafür bildet das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Der marktbasierte und tendenziell steigende CO2-Preis soll Unternehmen und Privatpersonen motivieren, auf klimafreundlichere Technologien umzusteigen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Ein Pfeil mit der Aufschrift Juli bis Oktober 2026

1. Auktionsphase

Eine begrenzte Menge CO2-Zertifikate werden innerhalb eines gesetzlich festgelegten Preiskorridors von 55 bis 65 €/t CO2 versteigert.

    Ein Pfeil mit der Aufschrift November bis Dezember 2026

    2. Festpreisverkauf

    Sobald die Auktionsmenge ausgeschöpft ist, können Zertifikate unbegrenzt zum Festpreis von 68 €/t CO2 erworben werden.

      Ein Pfeil mit der Aufschrift Januar bis August 2027

      3. Nachkaufphase

      Ist die abgesetzte Erdgasmenge im Jahr 2026 höher als prognostiziert, müssen CO2-Zertifikate zu 70 €/t CO2 nachgekauft werden.

        Warum ist das relevant?

        Die Menge an CO2-Zertifikaten, die innerhalb der Auktionsphase angeboten wird, ist gesetzlich limitiert und knapp bemessen. In der Praxis bedeutet das: Auktionsteilnehmende müssen damit rechnen, nur zum Höchstgebot von 65 €/t CO2 zum Zug zu kommen – oder sogar noch mehr zahlen zu müssen. Denn nach aktuellen Studien übersteigt die Nachfrage deutlich das Angebot und die verfügbare Menge an CO2-Zertifikaten wird voraussichtlich nicht ausreichen. Hier greifen dann die Nachkaufregelungen aus Phase 2 und Phase 3. Heißt: Die Festpreise liegen oberhalb des Preiskorridors und der tatsächliche Preis für CO2-Zertifikate kann über dem erwarteten Korridor (>65 €/t CO2) liegen.

        Gut zu wissen

        1. Sie brauchen nichts tun – wir nehmen an der Versteigerung teil und kümmern uns um den Erwerb der Zertifikate.
        2. Die Korridorphase ist nach derzeitigem Stand zeitlich begrenzt auf das Jahr 2026. Ab 2027 erfolgt voraussichtlich die vollständige Umstellung auf einen marktbasierten Preis – parallel zur Einführung des Emissionshandelssystem EU-ETS 2. Es wird jedoch derzeit auf EU-Ebene eine Verschiebung des EU-ETS 2 auf 2028 diskutiert. Sobald uns weitere belastbare Details zur CO2-Bepreisung ab 2027 vorliegen, informieren wir Sie selbstverständlich.
        3. Weitere Informatinen erhalten Sie auf der Seite der deutschen Emissionshandelsstelle: DEHSt - Nationalen Emissionshandel verstehen - Nationalen Emissionshandel verstehen.

        Wie können Sie CO2-Kosten reduzieren?

        Sparen Sie jetzt CO2-Kosten ein. Effizienzmaßnahmen wie die Optimierung Ihrer Heiztechnik, den Umstieg auf Wärmepumpen oder die Verbesserung der Gebäudedämmung können langfristig Kosten senken und zum Klimaschutz beitragen. Ob Beratung, Planung oder Umsetzung – gemeinsam finden wir die optimale Lösung für Ihr Business.

        Sie haben Fragen oder wünschen eine Beratung?

        Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein und finden auf Anhieb Ihren EWE-Kontakt in der Nähe.

        FAQ
        Der Emissionshandel ist ein wesentliches Instrument zur Erreichung der nationalen und europäischen Klimaziele. Für mehr Informationen zu den Hintergründen des Emissionshandels empfehlen wir unseren Artikel im EWE business Magazin. Dort erfahren Sie kompakt und verständlich, wie der Emissionshandel auf nationaler und europäischer Ebene funktioniert und welche Rolle er für Unternehmen spielt.
        Die Korridorphase hat keine Auswirkungen auf Ihren Vertrag. Ab 2026 werden CO2-Zertifikate nicht mehr zu einem festen Preis verkauft, sondern innerhalb eines festgelegten Preisbereichs gehandelt bzw. verkauft. Mit der Preisanpassung zum 01.01.2026 haben wir Ihnen einen vorläufigen CO2-Preis auf Basis von 65 € /t CO2 mitgeteilt. Je nach tatsächlich in den Auktionen erzieltem CO2-Preis wird dieser mit der nächsten oder übernächsten Abrechnung korrigiert und an Sie weitergegeben. Für Ihren Wärmevertrag ändert sich dadurch aber nichts: Der CO2-Preis wird weiterhin als Arbeitspreis 2 ausgewiesen.
        Die Beschaffung der Zertifikate erfolgt im Jahr 2026 zunächst während der Auktionsphase und der ersten Nachkaufphase basierend auf Prognosen. Der endgültige CO2-Preis für 2026 steht jedoch erst im Jahr 2027 fest: Mit der Energiesteuererklärung der EWE VERTRIEB GmbH zum 31. Mai 2027 wird formal ermittelt, wie viele Zertifikate tatsächlich benötigt wurden. Für diesen Abgleich gibt es die zweite Nachkaufphase im Jahr 2027, in der zusätzliche Zertifikate zum Festpreis von 70 €/t CO2 erworben werden können. Sobald dann alle Zertifikate vollständig eingedeckt sind, ist der finale CO2-Preis für 2026 bekannt.