Letzte Aktualisierung:
16.04.2026
6 Minuten
Unter Managed Services können eine ganze Reihe von IT-Aufgaben fallen, die an einen vertrauenswürdigen Partner übergeben werden. Meist handelt es sich dabei um alltägliche Routineaufgaben, die remote erledigt werden können, wie die Überwachung, Verwaltung und Pflege von Netzwerken oder Aspekte der IT-Sicherheit. Werden diese Aufgaben ausgelagert, bleiben in der IT-Abteilung Ressourcen frei, zum Beispiel für strategische Projekte. Zudem sichern sich Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels durch einen Managed Service einen Know-how-Vorsprung: Der Dienstleister arbeitet mit spezialisierten Fachkräften, die Sie weder ausbilden noch halten müssen. Im Gegensatz zu einem kompletten Outsourcing, behalten Sie jedoch weiterhin die Kontrolle über Ihre IT und Ihre Infrastruktur.
Um die interne IT zu entlasten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie stellen mehr Menschen ein oder Sie lagern definierte Aufgaben und Verantwortlichkeiten an einen externen Dienstleister aus. Laut dem Branchenverband Bitkom sind derzeit 109.000 IT-Stellen in Deutschland unbesetzt. In den meisten Fällen führt daher kein Weg an der Unterstützung durch ein Partnerunternehmen vorbei, wenn das Sicherheitsniveau aufrechterhalten oder sogar verbessert werden soll. Wie weit Aufgaben dabei ausgelagert werden, hängt von Ihren jeweiligen Bedürfnissen ab:
IT-Support: Unterstützung wird nur angefordert, wenn die Ressourcen akut knapp werden oder temporäre Engpässe überbrückt werden müssen. Der Verwaltungsaufwand ist hoch, da spontan einzelne Aufgaben dediziert an einen passenden Dienstleister übertragen werden müssen. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob beim Partnerunternehmen kurzfristig Ressourcen frei sind und zu welchem Preis.
Managed Service: Komplette Aufgaben wie die Rund-um-die-Uhr-Überwachung des Netzwerks werden an einen externen Partner übergeben, der sie selbstständig und proaktiv umsetzt. Der Verwaltungsaufwand ist deutlich niedriger als bei einem IT-Support, da es sich um eine langfristige Zusammenarbeit handelt und im Vorfeld feste Prozesse für Krisenfälle etc. definiert werden. Darüber hinaus sind auch die Kosten planbar, da Managed Services Provider in der Regel mit festen monatlichen Pauschalen arbeiten.
Volles Outsourcing: Hier werden nicht nur einzelne Aufgaben, sondern ganze IT-Bereiche an einen externen Dienstleister ausgelagert. Der Dienstleister trägt die gesamte Verantwortung, kümmert sich selbstständig um die Durchführung und trifft eigene Entscheidungen. Der Verwaltungsaufwand ist beim vollen Outsourcing am niedrigsten, die Kosten sind jedoch entsprechend hoch.
Managed Services Provider (MSP) | Managed Security Services Provider (MSSP) | |
Aufgabe | IT-Betrieb und Infrastrukturverwaltung | IT-Sicherheit und Cyberabwehr |
Ziel | Verfügbarkeit, Effizienz und Stabilität der IT-Systeme sicherstellen | Erkennung, Abwehr und Prävention von Cyberangriffen |
Typische Leistungen |
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Erreichbarkeit | In der Regel werktags | Meist 24/7/365 |
Expertise | Breites IT-Know-how | Tiefe IT-Sicherheitsexpertise |
Der Einsatz von Managed Services bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Ihre Kosten werden planbarer und Sie müssen weniger Ressourcen vorhalten, denn die Verantwortung für die ausgelagerten Aufgaben trägt der Dienstleister, der unter anderem die notwendigen Fachkräfte bereitstellen und ausbilden muss. Zudem steigert eine Auslagerung von IT-Security-Aufgaben Ihre Sicherheit, das ist wichtig, denn laut dem BKA-Bundeslagebericht 2024 ist die Cyberbedrohungslage anhaltend hoch. Weitere Vorteile im Überblick:
Strategische Vorteile
Mit einem Managed Service können Sie sich besser auf Ihr Kerngeschäft fokussieren, da im Alltag weniger Ressourcen gebunden sind. Außerdem haben Sie einen schnelleren und sichereren Zugang zu Fachwissen und neuen Technologien. Darüber hinaus sind Sie für die Zukunft bestens aufgestellt, da ein Managed Service skalierbar ist, Ihr Risiko minimiert wird und mehr Raum für Innovationen bleibt.
Operative Vorteile
Durch den Managed Service wird Ihre interne IT im Alltag entlastet, während gleichzeitig die Verfügbarkeit und die Performance Ihrer IT-Systeme steigt. Meist bieten Managed Services eine hohe, vertraglich festgelegte Ausfallsicherheit, ein proaktives Management und eine engmaschigere Überwachung des Netzwerks, so dass schneller auf Angriffe reagiert werden kann. Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit zwischen Ihrem Unternehmen und dem MSP/MSSP nach standardisierten Prozessen erfolgt, wodurch Ihre eigenen Ressourcen ebenfalls weniger belastet werden.
Sicherheitsvorteile
Die Zusammenarbeit mit einem MSSP hebt das Sicherheitsniveau Ihres Unternehmens spürbar an. Hochspezialisierte Expert:innen mit den neuesten technischen Möglichkeiten, auf die Sie sonst gar keinen Zugriff hätten, sorgen dafür, dass Ihre IT-Sicherheit immer auf dem neuesten Stand ist. In Service Level Agreements sind zudem Reaktionszeiten, Verfügbarkeiten und Verantwortlichkeiten klar geregelt, damit im Falle eines Cyberangriffs alle Beteiligten genau wissen, was wann zu tun ist.
Finanzielle Vorteile
Die finanziellen Vorteile liegen vor allem in der Planbarkeit der Kosten. Managed Services werden in der Regel mit monatlichen Pauschalen berechnet, dadurch entstehen weniger unvorhergesehene und Folgekosten. Außerdem sind deutlich weniger Investitionen notwendig, so dass die Kosten für den Managed Service eher unter OPEX (laufende Betriebskosten) als unter CAPEX (Investitionen in Sachanlagen) verbucht werden können. Insgesamt zeichnen sich Managed Services durch eine deutlich bessere Kosteneffizienz aus, da das höhere Sicherheits- und Performanceniveau mit internen Mitteln kaum zu erreichen ist und immer den Kosten eines erfolgreichen Cyberangriffs gegenübergestellt werden muss.
Mit dieser Einschätzung stehen wir nicht allein:
Externe Partner können in vielen Bereichen der IT und IT-Sicherheit unterstützen. In der folgenden Tabelle finden Sie einige typische Beispiele für Aufgaben, die an einen Managed Services Partner oder Managed Security Services Partner übergeben werden.
Vorteile | Beschreibung | Vorteile durch den Managed Service |
Betrieb zentraler Sicherheitslösungen wie Firewalls, Antiviren- und Antimalwareprogrammen, DDoS-Schutz, SASE, Endpoint Protection, Schwachstellenmanagement oder Backups |
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Verwaltung des Netzwerkes (Router, Switches, VPN, WLAN) |
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Managed Cloud Services | Betrieb und Management von Infrastructure-, Platform- und Software-as-a-Service-Lösungen (IaaS, PaaS, SaaS) |
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Betrieb von VoIP, Cloud-Telefonie und Unified Communications |
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Kontinuierliche 24/7/365 Überwachung von Systemen und Netzwerken |
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Managed Backup & Disaster Recovery | Automatische Datensicherung und Wiederherstellung |
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Patch Management | Regelmäßiges und automatisches Einspielen von Sicherheitsupdates und Softwareaktualisierungen |
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Managed Identity & Access Management | Rollen und Zugriffsrechten |
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Managed Detection & Response | Überwachung und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle durch externe Expert:innen |
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Managed Compliance Services | Unterstützung bei der Einhaltung regulatorischer Vorgaben wie DSGVO, NIS2 oder ISO 27001 |
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Managed Security Awareness | Awareness-Schulungen für Mitarbeitende, Phishing-Checks |
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Welche Aufgaben übernimmt der MSP genau und in welcher Qualität muss er diese liefern? Diese Fragen werden in den Service Level Agreements (SLA) zwischen Ihrem Unternehmen und dem Managed Services Provider geklärt. Darin werden nicht nur der Leistungsumfang, sondern auch die Verantwortlichkeiten, Verfügbarkeiten und Reaktionszeiten sowie die notwendigen Prozesse, das Reporting und die Konsequenzen bei Nichteinhaltung vertraglich festgehalten. Allgemein geht es darum, das Serviceniveau zu bestimmen, das der Anbieter zu liefern verspricht, damit es nicht zu Überraschungen und nicht kalkulierten Folgekosten kommt. SLAs sind in der Regel Teil der AGB, aber auch individuelle Vereinbarungen sind möglich.
Verfügbarkeit: Wie viel Prozent der Zeit im Jahr ist der Service verfügbar?
Die Verfügbarkeit einer Dienstleistung wird in Verfügbarkeitsklassen angegeben:
Verfügbarkeitsklasse | Verfügbarkeit | Maximale Ausfallzeit/Jahr |
2 | 99 % | < 3 Tage, 15 h, 40 min |
3 | 99,9 % | < 8 h, 46 min |
4 | 99,99 % | < 5 min |
Reaktionszeit: Wie schnell muss der Anbieter auf Supportanfragen und Störungen reagieren?
Entstörzeiten: In welchem Zeitraum muss der Anbieter Fehler und Störungen beheben?
Lebenshilfe Lüneburg-Harburg
Die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg engagiert sich seit fast 50 Jahren mit über 1.000 Mitarbeitenden für Menschen mit Behinderungen. Die inzwischen 41 Standorte wurden bisher über das öffentliche Internet verbunden und mittels VPN vernetzt. Diese Infrastruktur und die damit verbundene IT-Sicherheit reichten jedoch nicht mehr aus – unter anderem weil die Lebenshilfe mit hochsensiblen Daten arbeitet und zur kritischen Infrastruktur zählt. Heute setzt die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg auf mehrere Managed Services von EWE. Dadurch konnte sie ihre Performance und ihr Sicherheitsniveau deutlich erhöhen, ohne ihre interne IT-Abteilung weiter zu belasten. Die ganze Geschichte finden Sie auf unserem YouTube-Kanal oder Sie können Sie in unserem Magazin nachlesen.
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